spielt Yo-Yo Ma in unserem Wohnzimmer Cello - Bach. Was soll man dazu sagen? - Stille. Der Kopf ist leer. Die Füße wollen auf einen einsamen Hügel, Luft schmecken, Landschaft riechen, den Blick bis dorthin fliegen lassen, wo Schneeflocken dicht gedrängt in den Wolken sitzen.
seattlestormyweathers - 11. Dez, 15:06
Ein absolutes Must-do, das ich heute entdeckt habe und von dem ich nicht wusste, dass es so etwas gibt: Pünktlich zum nahenden ersten Advent habe ich mir heute ein Expeditionsfahrzeug zusammengestellt um der drohenden Heimeligkeit entgegenzuwirken. Als Möchtegern-Globetrotter muss man unbedingt auf
dieser Seite gewesen sein.
Und dann stimme ich mit Benjamin Blümchen ein, wenn er in Folge neun singt: "Bald hab' ich Geburtstag, bald hab' ich Geburtstag, ja Geburtstag hab' ich bald". Vielleicht schenkt mir ja einer so ein Autochen und dann geht's ab in die Sahara. Fernweh, hier bin ich!
seattlestormyweathers - 27. Nov, 10:31
11.57 Uhr Lichterfelde Ost:
Warten auf den Bus. Ein einsamer Nikotinabhängiger mittleren Alters füllt das Wartestellenhäuschen vollkommen aus - mit seinem Rauch. Nichtraucher müssen draußen bleiben. Alle übrigen Wartenden schauen sich suchend um, nach dem Schild, das dies sagt oder vielleicht auch nach dem Bus. Mit einiger Verspätung und trotzdem völlig ohne Eile kommt der Bus angerollt. Wahrscheinlich konnte er nicht schneller, wegen seines Gewichts, denn er ist voll.
12.28 Uhr Rathaus Steglitz:
Die Anzeigetafel der U-Bahn blinkt mit jedem Intervall wilder, so scheint es. Von dieser Endstation müsste es eigentlich längst losgehen zu einer anderen. Tut es aber nicht. Niemand weiß warum. Der Bahnsteig ist voller Menschen, die mit leeren Blicken die gegenüberliegende Wand fixieren. Vielleicht wollen sie die U-Bahn herbeistarren.
Als die Wagen endlich einrollen, eine Frau mit der linken Hand die Türriegel betätigt, in der Rechten noch ihr Handy, staut sich plötzlich die Menschenmenge an dieser Tür. Eine Obdachlose liegt schlafend im Waggon. Ob es ihr gutgeht, interessiert keinen. Ob sie noch lebt, schaut keiner. Ob sie Hilfe braucht? Man will sich nicht die Mittagspause versauen. Zum Glück ist rechts vom Kopf der Frau noch eine Lücke in der Tür. So kann man sich an ihr vorbeischlängeln, einen Sitzplatz suchen und die Reiselektüre auspacken. Abenteuer suchen.
12:40 Uhr Wilmersdorf:
Eine Traditionstischlerei, die sich seit Jahren in einer Nebenstraße mit Bayrisch klingendem Namen befand, ist wie vom Erdboden verschluckt. In der Auffahrt eines schäbigen Parkhauses gab es bis vor kurzem noch eine Seitentür, die in einen hohen Raum mit Holz und zwei verheirateten, verhutzelten alten Menschen führte. Jahrein jahraus mit Felljacke und Pudelmütze bekleidet, rechneten sie einem mit Hilfe eines schnöden Bleistifts aus, wie viel dieser oder jener Zuschnitt kosten würde. Hier sind Hängeböden für den Wohnungsflur, Regalbretter und ein Hamsterauslauf entstanden.
Jetzt ist das Ganze bis ans oberste Stockwerk eingerüstet. Aus dem Parkhaus wird ein Wohnhaus.
13:27 Uhr Zehlendorf:
Zwei flauschige Hundewelpen mit Schlappohren und Knopfaugen warten vor dem Biomarkt auf ihren Besitzer und lassen sich den Geruch von Pflaumenkuchen mit Zimt um die Nasen wehen. Mitnehmen...alle drei.
18.14 Uhr Zehlendorf:
Eine gut gekleidete, aber sowohl im Gesicht, als auch auf und im Kopf ramponierte Frau torkelt schreiend über den S-Bahnhof. Ihre Frage an die Welt: "Warum seid ihr denn alle bloß so gemein zu mir?"
Sie lässt sich und ihre Habseligkeiten auf ein paar Sitzgelegenheiten unter der Überdachung fallen. Dann ist Schluss, könnte man meinen. Doch sie schreit immer neues Zeug, allen entgegen, die krampfhaft weghören.
19.23 Uhr Steglitz:
In einem Konsumtempel lassen sich Frauen mit sportlicher Kurzhaarfrisur zum beruhigenden Gedudel aus Lautsprechern von Massagesesseln durchschütteln.
seattlestormyweathers - 17. Nov, 20:04
...macht Plätzchen backen.

seattlestormyweathers - 13. Nov, 09:46
seattlestormyweathers - 12. Nov, 09:55